Willkommen     Spielplan     Stücke     Karten     Kontakt     Ensemble     Premieren     Biohof

     Impressum

 

Ein Stück von Ariel Dorfman


Premiere: 25. März 2011, 20.00 Uhr



"Der Tod und das Mädchen" ist ein Kammerspiel, dramatisch wie ein Actionfilm und so spannend und reich an verblüffenden Wendungen wie ein auf mehreren Kontinenten gedrehter Psychothriller. Es ist die Geschichte von Paulina Salas und ihrer unbewältigten Vergangenheit. Zusammen mit ihrem Mann Gerardo, der wie sie einer Widerstandbewegung angehörte, hat sie sich nach der Überwindung der Diktatur in einem südamerikanischen Land in ein einsames Haus an der Küste zurückgezogen. Das ist 15 Jahre her. Eines Tages bringt Gerardo jemand mit, der ihm bei einer Reifenpanne im strömenden Regen geholfen hat. Paulina erschrickt: sie glaubt in ihm den Mann zu erkennen, der sie während ihrer Folterungen mehrmals vergewaltigte und dabei stets eine Schallplatte mit Schuberts Streichquartett "Der Tod und das Mädchen" auflegte. Sie konnte ihren Peiniger damals zwar nicht sehen, aber sie ist überzeugt: es ist seine Stimme. Und sie muß Gewißheit haben! Ein ernstes Thema und ein spannendes Theaterstück.


"Der Tod und das Mädchen" ist ein Sujet der Bildenden Kunst und der Musik seit der Renaissance, das in späteren Jahrhunderten immer wieder aufgegriffen wurde. Das Bild gleichen Namens von Hans Baldung Grien aus dem Jahr 1517 diente als Thema für ein Gedicht von Matthias Claudius, das als Vorlage für ein Lied und ein Streichquartett von Franz Schubert diente. Dieses wiederum wird in Martin Walsers Roman "Brandung" als Leitmotiv erwähnt. Michel Tournier verfasste eine Novelle mit dem Titel "La jeune fille et la mort", erst 2007 komponierte Bacio di Tosca eine moderne Interpretation des Kunstlieds von Franz Schubert.


Ariel Dorfman ist ein chilenischer Autor, Dramatiker, Essayist und Menschenrechtsaktivist. Von 1970 bis 1973 arbeitete er für die Regierung des damaligen Präsidenten Salvador Allende. Er wurde durch den blutigen Militärputsch unter Augusto Pinochet im Jahre 1973 gezwungen, ins Exil in die USA zu gehen. Seit 1985 unterrichtet er an der Duke Universität von North Carolina und hat dort eine Professur für Lateinamerikanistik und die Walter Hines Page Research-Professur für Literatur inne. Seit der Wiederherstellung der Demokratie in Chile 1990 teilt Dorfman seinen Lebensmittelpunkt zwischen Santiago de Chile und den USA.


Spieldauer ca. 1 Stunde und 15 Minuten ohne Pause



Mitwirkende


Paulina Salas - Janet Bens

Gerardo Escobar - Ansgar Wilk

Dr. Roberto Miranda - Herbert Müller


Inszenierung - Ulrike Beckers

Bühnenbild - Martin Beckers

Kostüme - Ulrike Beckers



Termine


Sa 21.4. um 20.00 Uhr



Pressestimmen


„Zwischen Rache und Versöhnung

...Das aufrüttelnde Theaterstück des chilenischen Autors Ariel Dorfman hatte am Freitag in einer bewegenden Inszenierung von Ulrike Beckers im Hoftheater Bergkirchen Premiere... In den sparsamen Kulissen von Martin Beckers entwickeln die drei Schauspieler ein Psychodrama voller atemloser Spannung. Janet Bens lebt die Paulina Salas, lebt die Liebe zu ihrem Mann, aber auch die Abgründe der Vergangenheit, aus denen sie nicht mehr herausfindet. Sie ist der personifizierte Schrei nach persönlicher Gerechtigkeit. Ansgar Wilk weiß um den Zwiespalt seiner Arbeit, um den fragilen Konsens zwischen den ehemaligen Machthabern, den Mördern und Vergewaltigern, den er um einer möglichen demokratischen Zukunft willen nicht gefährden will. Herbert Müller überzeugt als alerter Typ, der sich sicher ist, ungestraft davon zu kommen...“ (Süddeutsche Zeitung)



„Wenn der Wahnsinn beginnt, die Seele aufzufressen

...Es folgt ein Psycho-Drama, in dem jeder jeden versucht, der Lüge oder der Wahrheit zu überführen. Am Ende, Paulina glaubt sich ihrer Sache ganz sicher, fällt der Schuss. Im Finstern. Wem er galt und ob er traf, bleibt jedoch offen.
Kein einfacher Stoff, doch Janet Bens als Paulina, Ansgar Wilk als Gerardo und Herbert Müller als Miranda können überzeugen. Vor allem Bens, die sich immer mehr in Paulina hineinsteigert, die mit allen Mitteln Gerechtigkeit, besser Rache, will und dabei selbst Stück für Stück immer mehr in Richtung der verhassten Schlächter und Henker der Diktatur rückt: Das überzeugt...“(Neumarkter Nachrichten)



„Aufwühlend, zeitgemäß und begeisternd

Mit dem aufwühlenden Kammerspiel ,Der Tod und das Mädchen‘ des chilenischen Autors Ariel Dorfman, das Ulrike Beckers spannungsreich wie einen Actionfilm inszeniert hat, zeigt das Hoftheater Bergkirchen nach Musiktheater und Komödien eine weitere faszinierende Facette...

Janet Bens in der Rolle der gedemütigten Rolle der Paulina Salas überzeugt mit ihrer Wandlungsfähigkeit  als Charakterdarstellerin... Herbert Müller besticht in seiner Rolle als aalglatter Typ: Wordgewandt redet er sich heraus, versucht, ungeschoren davon zu kommen. Am Ende brauchen die Zuschauer einige Zeit, um nach der Bühnendramatik durchzuatmen und den großartigen Darstellern für ihre Leistung lang andauernden Beifall zu zollen.“ (Dachauer Nachrichten)

Der Tod und das Mädchen

Diese Fotos wurden uns freundlicherweise von Manfred Schories zur Verfügung gestellt.